Dany Hilgers

In der Frage ob die von AnandaWave angebotenen Seminare als Prostitutionsveranstaltungen angesehen werden sollten, möchte ich folgendes Zeugnis ablegen.

Mein Name ist Dany Hilgers. Ich bin deutschsprachiger Belgier, Vater von drei Kindern, seit 25 Jahren Biologielehrer an einem Gymnasium und habe diesen Sommer das Grundseminar bei AnandaWave für die Ausbildung zum professionellen Tantramasseur gemacht.

Diese eine Woche hat mich auf unglaubliche Weise zum Kern meines Daseins auf dieser Erde geführt. Ich bin immer ein sehr kritischer Mensch gewesen und habe mich nicht leicht durch irgendwelche Ideen begeistern oder vereinnahmen lassen. Gleichzeitig bin ich den Dingen immer gerne auf den Grund gegangen und habe durch Ausprobieren viele wertvolle Erfahrungen machen dürfen, unter anderem, dass der Mensch nicht nur ein materielles Wesen mit einem Verstand ist, sondern dass wir Menschen auch spirituelle Wesen sind und dass Dinge geschehen, die wir alleine mit unserem Verstand nicht erklären können.

Auch diesen auf den ersten Blick nicht beweisbaren Dingen nähert sich die empirische Wissenschaft seit Jahrzehnten schrittweise an.

Dass psychische Faktoren wie Stress, Ärger und unverarbeitete Traumata die Gesundheit des Körpers negativ beeinflussen wird heute kaum ein Wissenschaftler in Frage stellen. Dass Entspannung, positive Lebenseinstellung und Liebe die Gesundheit verbessern können wird ebenso kaum ein Gelehrter unserer Zeit bezweifeln.

Sich also in diesen Bereichen weiter zu entwickeln hilft jedem von uns ganz persönlich, gesünder zu werden und hilft der ganzen Gesellschaft, denn nur ein gesunder Mensch hat genügend Lebensenergie, um sich auch in den Dienst anderer zu stellen.

  • Natürlich kann man sich auf vielfältige Weise darin üben zu entspannen.
  • Natürlich kann man auch versuchen über den Verstand zu einer positiveren Lebenseinstellung zu gelangen.
  • Natürlich meinen wir alle immer wieder, wir wüssten schon so viel über die Liebe weil wir uns schon verliebt haben, weil wir unsere Erfahrungen in Beziehungen zu anderen Menschen gesammelt haben.

Die tantrische Berührungskunst im Sinne von AnandaWave bietet jedoch in meinen Augen eine ganzheitliche Herangehensweise und hat mich nicht nur stark beeindruckt, sondern meiner persönlichen Entwicklung einen enormen Schub gegeben.

Jeder von uns trägt das Bedürfnis in sich, berührt zu werden und berühren zu dürfen, sowohl auf geistiger wie körperlicher Ebene. Für kleine Babys ist Berührung ebenso wichtig für die gute Entwicklung wie eine gute Ernährung. Alte Menschen sehnen sich sehr oft danach, einfach nur liebevoll berührt zu werden indem man ihre Hand hält. Das Bedürfnis nach Berührung begleitet uns unser ganzes Leben.

Natürlich gibt es Berührungen, die uns nicht guttun. Missbrauch, Gewalt und Unterdrückung drücken sich meist auch in traumatisierenden Berührungen aus. Es sind dies immer Berührungen, die durch mangelnde Achtsamkeit, durch Egoismus oder Machtmissbrauch geschehen.

Viel zu lange Zeit schon lernen unsere Kinder nicht mehr zu genüge was achtsames, liebevolles, absichtsloses Berühren bedeutet. Die Zeit ist einfach reif, dass die Menschen wieder lernen sich mit tiefem Respekt und Wohlwollen, mit Hingabe und Achtsamkeit, mit Geduld und wertungsfrei zu begegnen.

Dies alles steht im Mittelpunkt der tantrischen Massage von AnandaWave und hat deshalb nicht das Geringste mit Prostitution zu tun, denn bei der Prostitution geht es selten respektvoll wohlwollend und achtsam her.

Seitdem ich erfahren durfte, wie es ist, wenn Menschen sich wirklich respektvoll, wohlwollend, hingebungsvoll und achtsam behandeln sehe ich vieles mit anderen Augen. In meinen Beziehungen geht es nicht mehr darum, dass der/die andere meine Bedürfnisse stillt oder ich meine Bedürfnisse an ihr/ihm stille, sondern darum, das Bewusstsein zu schärfen für das, was eigentlich die tiefen Bedürfnisse des Partners (oder auch der Kinder, Eltern, Freunde etc.) sind und welche die eigentlich tiefen Bedürfnisse von mir sind.

Seine Grenzen erkennen und dem anderen kommunizieren, diese Grenzen gleichwohl auch zu hinterfragen und gegebenenfalls zu erweitern, den Moment zu spüren und ihn zu genießen, sich fallen lassen können in die Hände eines Menschen auch wenn ich ihn noch nicht lange kenne, den Geist endlich auf unkomplizierte Weise mit dem Körper in Einklang zu bringen, all das habe ich in der kurzen Zeit lernen oder vertiefen können.

Es steht außer Frage, dass ich diesen Weg weiter fortschreiten möchte und werde. Und es steht außer Frage, dass ich mich dafür einsetzen werde, dieses eigentlich uralte heilsame Wissen wieder unter die Menschen zu tragen.

Ich wünsche AnandaWave, dass sie endlich die Anerkennung als wichtigen Baustein in der Ausbildung der Menschen für einen heilsamen Umgang miteinander, erhält.

Dany Hilgers
Biologielehrer an einem Gymnasium