Eva Hanson

Tantra-Massagen sind in meinen Augen ein sehr schönes Beispiel dafür, wie sexuelle Dienstleistungen zu einer vielfältigen und schönen sexuellen Kultur in unserer Gesellschaft beitragen.

„Hauthunger“: Damit ist eine ungestillte Sehnsucht nach Berührung gemeint, die zu einem Sinken der Lebensqualität bis hin zu phsychologischen Problemen führen kann. Berührung und Sinnlichkeit sind Grundbedürfnisse des Menschen. Durch Leistungsdruck und schnelles Leben sowie die Zunahme an Singlehaushalten und Vereinzelung geraten diese leider mehr und mehr in Hintertreffen. Insbesondere für Menschen ohne Partner*in ist es schwer, diese Bedürfnisse zu stillen. Anders als One-Night-Stands oder Affären, die zumeist mit Leistungsdruck und Gefallen-Wollen einhergehen, ermöglicht die Tantra-Massage Sinnlichkeit, Erotik und Lust in einem sicheren Rahmen zu erleben und sich dabei ganz fallen zu lassen und zu genießen.  Ein Geschenk an sich selbst, für viele sogar ein Kurzurlaub vom Alltagsleben, das Erholung und Kraft schenkt.

Zudem sind Tantra-Massage-Institute Anlaufstelle für Menschen, die Rat, Inspiration und praktische Übung suchen. Wir sind keine Therapeut*innen, wissen aber dennoch viel über Sexualität und haben nicht selten vielfältige Erfahrungen in diesem Bereich. Von Beratung über Coaching bis hin zu Einzel- und Gruppenworkshops machen wir sinnliche Kompetenz erlernbar und verhelfen Einzelpersonen und Paaren jeden Alters und jeden Geschlechts zu einer freudvolleren und erfüllenderen Sexualität.

Tantra-Massage-Insitute haben mit ihrem seriösen und professionellen Auftreten, qualitativ hochwertiger Arbeit und engagierter Öffentlichkeitsarbeit dazu beigetragen, dass wenigstens diese Form der sexuellen Dienstleistung seit mehr als zwei Dekaden immer salonfähiger wird. Viele unserer Klient*innen kommen auf Empfehlung von Freund*innen und Partner*innen oder gleich mit diesen zusammen. Tantra-Massage wird sogar zum Muttertag verschenkt. Warum auch nicht?

Warum sollten sexuelle Dienstleistungen nicht ein selbstverständlicher Teil unseres erotischen Lebens sein? In allen anderen Lebensbereichen vertrauen wir uns schließlich auch gern und vertrauensvoll Profis an. Warum sollte es nicht allgemein gültige Ausbildungsstandards für sexuelle Expertinnen geben?

Die aktuelle Gesetzgebung in Deutschland ist ein Rückschritt in jeglicher Hinsicht. Nicht durch Verbote, Stigmatisierung und nahezu unüberwindbare behördliche Auflagen werden Menschen vor Zwängen, Ausbeutung und schlechten Arbeitsverhältnissen geschützt, sondern durch klare und durchsetzbare Rechte, Wissen und Bildung.

Eva Hanson
Tantra-Massage & Coaching