Feedback zur WDR-Dokumentation „Menschen hautnah“

Liebe AnandaWave-Freunde,
jetzt ist die WDR-Dokumentation „Menschen hautnah“ mit AnandaWave und unseren Protagonisten endlich gesendet worden. Für alle die den Sendetermin verpasst haben: Die Doku ist ein Jahr lang in der Mediathek des WDR zu sehen.

Ich habe ein paar Tage gebraucht um das Ganze zu reflektieren und dem nachzuspüren. Emotional wirbelt mich das Ganze ziemlich auf und ich spüre deutlich, auf was für ein Wagnis ich mich eingelassen habe.

Mich so offen zu zeigen mit meiner Herzensarbeit und mich gleichzeitig so verletzlich zu machen ist schon ein großes Abenteuer ins Unbekannte, da ich überhaupt keinen Einfluss darauf hatte, was die Produzenten daraus machen. Und natürlich habe nicht nur ich mich so gezeigt, sondern auch mein Team und vor allem unsere Probanden mit ihren sehr persönlichen Geschichten, sowie alle anderen TeilnehmerInnen, die sich vertrauensvoll darauf eingelassen haben.

Hut ab liebe TeilnehmerInnen! Mein Dank an euch, liebes Team! Ich verneige mich vor euch!


Und hier jetzt meine Stellungnahme zu der Doku:

Es ist einfach nicht möglich die vielen Eindrücke eines Seminars, welches vier Tage von morgens bis abends lief, in 40 Minuten zu packen. Verständlich, dass dabei etwas auf der Strecke bleibt.

Gut war:
Die Doku war nie voyeuristisch (ein großes Lob an die großartige Kamerafrau Christa), sie war nie sensationslüstern und auch nicht vorführend. Es war deutlich, dass es auch um Persönlichkeitsentwicklung geht und nicht um Schlüpfriges, Esoterisches, oder gar um Prostitution.
Daher aus meiner Sicht ein Meilenstein für die gesamte Tantramassage-Szene.

Bedauerlich und mitunter auch unnötig empfand ich folgende Dinge:
Die Überschrift „Unter Nackten“ wird unserer Thematik nicht annähernd gerecht und erzeugt ein eher sektenhaften Eindruck. Bei Youtube haben sie die Überschrift verändert in „Nackt und berührt“. Warum nicht gleich so?
Den Anfang finde ich zu nackt und zu direkt. So aus dem Zusammenhang gerissen erweckt es einen falschen Eindruck von einer Betonung des Sexuellen, was die Tantramassage so direkt nicht ist. Die Zeit des langsamen Ankommens, die respektvolle Annäherung an das Nacktsein fehlen hier. Das könnte ggf. unbedarfte Menschen eher erschrecken als einladen.

Sehr unpassend, unnötig und vor allem nicht objektiv fand ich den Kommentar vor unserem Partyabend „freies Kuscheln – Ende offen“. Dieses „Ende offen…“ weckt Phantasien, die immer wieder alte Vorurteile gegenüber Tantra und Tantramassage wecken, die mit unserer Arbeit jedoch nichts zu tun haben.

Für mich schwierig fand ich den aus dem Zusammenhang gerissenen Dialog zwischen mir und Michael (der Mann des Paares, die es eher schwer miteinander hatten) am Ende. Ich habe viele gute Gespräche geführt mit Michael und auch mit Ellen. Gezeigt wird leider nur dieser Satz, bei dem der Eindruck entsteht, als wollte ich vor allem dem Michael die Ellen ausreden. Gezeigt wurde nicht, wie viel ich mit ihm persönlich gearbeitet habe und vor allem nicht, was er davor gesagt hat. Das hinterlässt ein schales Gefühl und ich finde es auch der Ellen gegenüber nicht schön.

Aber gut – das ist jetzt die Doku und insgesamt kann ich damit sehr zufrieden sein, auch als Perfektionistin. Insgesamt gibt die Doku einen guten und vielfältigen Einblick in ein professionelles Tantramassage-Seminar, die Beweggründe der Menschen, die es besuchen und die vielen bereichernden Erlebnisse – aber auch Herausforderungen, die man dort erleben kann.

Nochmals bedanke ich mich bei allen mutigen TeilnehmerInnen, bei meinem kompetenten Team, bei beiden Produzenten Katharina und Ulf und vor allem auch bei der sehr einfühlsamen Kamerafrau Christa.

Wir alle zusammen haben etwas Großes und Gutes geschaffen!
Danke!

Herzlichst,
Michaela