Michael König

Referenz für Michaela Riedl
Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wende mich, unbekannterweise, mit einem sehr dringenden Anliegen an Sie. Wie ich vernommen habe, sollen Fortbildungs- und Seminarveranstaltungen von Michela Riedl in Zukunft als Prostitutionsveranstaltungen gemäß ProstSchG eingestuft werden. Ich habe selbst persönlich seit 2011 über mehrere Jahre hinweg an zahlreichen Seminaren, welche von Michaela Riedl und ihrem Unternehmen AnandaWave – Schule für tantrische Berührungskunst veranstaltet wurden, teilgenommen. Diese Seminare waren für mich wegweisende Schulungen auf meinem Weg zu körpertherapeutischer Arbeit im sexuellen Arbeitsfeld.

Michaela Riedls kompetente Anleitung und ihre zugewandte, respektvolle Art und Weise die Gruppen zu leiten, haben mir bis heute unerreicht wertvolle Erfahrungen ermöglicht. Köln verfügt mit AnandaWave über ein Leuchtturmprojekt der sexuellen Kultur. Deshalb empfehle ich bis heute zahlreichen Frauen und Männern die Teilnahme an diesen Seminaren. Ich erhalte ausnahmslos positive Rückmeldungen. Nicht wenige Menschen machen durch diese Seminare wesentliche Fortschritte auf ihrem Weg zu einer selbstbestimmt und kultiviert gelebten Sexualität. 

In keinem der Seminare, an welchen ich teilnehmen durfte, kam es zu sexuellen Handlungen, die gegen Entgelt vorgenommen werden. Dies würde auch überhaupt keinen Sinn machen. Die Teilnehmer*innen sind sich gegenseitig Übungspartner*innen. Sie lernen und üben dort tantrische Berührungsrituale in einem wertschätzenden und sicheren Rahmen. Es fließt zwischen ihnen kein wie auch immer geartetes Entgelt. Selbstverständlich werden Michaela Riedl und ihr Team für Unterricht, Anleitung und Beratung bezahlt. Nie habe ich erlebt, dass es zwischen Seminarleitung und Teilnehmer*innen zu sexuellen Handlungen kam. Es erscheint mir also einfach, bei näherem Hinsehen zu erkennen, dass es sich nicht um Prostitutionsveranstaltungen handeln kann. 

Leider ist es in unserer Gesellschaft immer noch so, dass Prostitution einer starken Stigmatisierung unterworfen ist. Durch die Einstufung der Seminare als Prostitutionsveranstaltung würde AnandaWave beschädigt und sein Wirken erschwert. Dem Schutz von Frauen und Männern, die in der Prostitution arbeiten, wäre in keiner Weise gedient. Dies kann nicht im Interesse aller Beteiligten sein. Es ist nachvollziehbar, dass die  Umsetzung eines neuen und in Fachkreisen viel kritisierten Gesetzes auch für die beteiligten Behörden eine Herausforderung Ist. Hier wünsche ich allen Beteiligten einen konstruktiven Dialog und die erforderliche Geduld, um eine gute Lösung zu finden.

Mit freundlichen Grüßen
Michael König
Selbstständig