Yoni-Eier und Co

Lustvolles Training für den Beckenboden

Ob Yoni-Eier, Liebeskugeln oder Vaginalkegel…es gibt jede Menge Möglichkeiten, wie frau ihren Beckenboden auch von innen trainieren kann.

Zwar kannst du, je nachdem welche Quelle du befragst, Kritik an Yoni-Eiern oder Vaginal-Konen oder Liebeskugeln finden. Aber wir haben mit jedem dieser Spielzeuge gute Erfahrungen gemacht…bei angemessener Anwendung.

Egal, welches Hilfsmittel du dir aussuchst, auf genussvolle Weise kannst du deine Beckenbodenmuskulatur stärken und sensibilisieren. Denn obwohl der Vaginalkanal selbst nicht mit Nerven versorgt wird, so wird doch das umliegende Gewebe – die Muskulatur des Beckenbodens und der Muttermund – innerviert. Hier erklären wir dir, worauf es ankommt und geben ein paar Hinweise für deine Übungen. Obwohl du alles, was hier steht auf Kugeln, Kegel, Eier und was es noch so gibt anwenden kannst, konzentrieren wir uns auf Yoni-Eier.

Da rutscht mir ein Ei in die Hose

Yoni-Ei aus Rosenquarz

Was macht frau mit einem Yoni-Ei? Ganz simpel ausgedrückt: Du schiebst dir ein Yoni-Ei oder eine Liebeskugel in die Vagina und tust entweder nichts oder machst bestimmte Übungen damit. Wenn du das Ei in dir trägst und damit einkaufen gehst oder in der Hängematte liegst, dann arbeitet die Beckenbodenmuskulatur mit dem Gewicht des Eis ohne dein Zutun. Am Anfang macht es Sinn, das Ei nur wenige Minuten zu tragen. Sonst kann es dir passieren, dass die Beckenbodenmuskulatur ermüdet und dir an der Kasse das Ei in die Unterhose rutscht…Generell gilt: Übe nur solange, wie es auch wirklich Spaß macht. Gerade wenn du mit deiner Yoni übst, sollte der Fokus auf Genuss stehen, nicht auf Leistung. Weiter unten findest du eine Anleitung für aktives Üben mit dem Yoni-Ei. Klingt einfach? Ist aber komplexer, als die meisten denken…

Ein direkter Zugang zum Beckenboden

Zum Einen wird unser Beckenboden – der den Vaginalkanal umschließt – zu 70% durch den Parasympathikus versorgt. Das heißt, dass er zu 70% nicht bewusst ansteuerbar ist. Die restlichen 30%, die wir theoretisch bewusst ansteuern könnten, nutzen wir in der Regel gar nicht für uns. Da der Beckenboden seine Arbeit reflektorisch, also ohne unser bewusstes Zutun auch von alleine macht, kümmern wir uns meist nicht um ihn. Außer, wir beginnen unter Blasenschwäche, Organsenkung oder Schmerzen im Rücken oder der Vagina zu leiden. Als Frauen haben wir den Vorteil, dass wir durch unsere Vagina direkten Zugang zu unserem Beckenboden haben. Wir können also auch von innen an ihn herankommen und damit auch in den Genuss, dort sitzende Anspannungen zu lösen (was sich extrem intensiv anfühlen kann) bzw. die Muskulatur zu stärken.

Anspannung oder Entspannung?

Zwar heißt es in der Literatur, Frauen würden eher unter einem geschwächten Beckenboden leiden. Aber in der Praxis ist es sehr oft so, dass Frauen einen zu verspannten Beckenboden haben. Verspannungen entstehen zum Beispiel durch Stress…wir erinnern uns: 70% unbewusste Ansteuerung. Natürlich auch durch zu schweres Tragen oder allgemeine Fehlhaltungen.

Erlahmung der Muskulatur und dadurch Beckenbodenschwäche kann durch Geburten, hormonelle Veränderungen (Menopause) oder Leistungssport  geschehen.

Aber: Ein zu verspannter Muskel ist deshalb noch lange nicht stark, geschweige denn elastisch.

Es gilt also, sich klar zu machen, was mein Beckenboden mehr braucht: Kräftigung oder Entspannung. Um die Muskulatur flexibel, gut durchblutet und für Berührungsreize empfänglich zu machen ist es auf jeden Fall sinn- und wertvoll, sowohl mit stärkenden Übungen, als auch mit entspannenden Übungen zu arbeiten.

Die Gefahr besteht darin, zum Beispiel mit zu schweren, zu kleinen oder zu großen Kugeln, Kegeln oder Eiern zu arbeiten und damit den Beckenboden zu überfordern.

Ähnlich wie bei Menstruationstassen gibt es keine Einheitsgröße für jede Yoni. Es ist also sinnvoll, das für den aktuellen Zustand deiner Yoni passende Ei zu finden.

Die Vorteile vaginaler Genussgymnastik

Lustiges Spielzeug
  • der „passiven“ Kräftigung der Muskulatur
  • der Durchblutungsförderung der Muskulatur
  • der Sensibilisierung und Differenzierung der Wahrnehmung
  • der Schulung einer gezielten Steuerung der Beckenbodenmuskulatur.
  • Gesteigertes sexuelles Empfindungspotential
  • Erhöhte Orgasmusfähigkeit
  • Erhöhte vaginale Gesundheit (bessere Durchblutung)

Da wir ja schon gelernt haben, dass der Beckenboden nur zum Teil bewusst ansteuerbar ist, reicht es auch völlig aus, die Übungen nur so intensiv zu machen, dass du überhaupt eine Wahrnehmung von der Aktivität bekommst. Es geht nicht um Leistung. Es geht um Spüren und Genießen!

Yoni-Ei, Liebeskugel oder Vaginalkegel…?

Yoni-Eier

Yoni-Eier haben, wie der Name schon sagt, eine Eiform und sind üblicherweise aus Heilsteinen gefertigt. Die am häufigsten verwendeten Steine sind Rosenquarz, Jade und Bergkristall. Die Vielfalt der verwendeten Steine ist enorm. Wenn die Heilwirkung von Halbedelsteinen für dich einen Reiz ausübt, dann kannst du das für dich nutzen.
Es gibt sie in unterschiedlichen Größen und Gewichten, mit und ohne Bohrung. Die Bohrung ist dafür da, dass du eine Schnur daran befestigen kannst. Da kannst du zum Beispiel Zahnseide (ohne Minz-Aroma!) nehmen. Mit dieser Schnur lässt sich das Ei ganz einfach wieder aus der Yoni herausholen, wenn du mit deinen Übungen fertig bist. Im Laufe der Zeit kannst du deine Muskulatur so gut ansteuern, dass du das Ei einfach wieder herauspressen kannst. Auch ohne Schnur.

Liebeskugeln und Vaginalkegel

Liebeskugeln oder Vaginalkegel ähneln sich sehr in ihrer Funktion, deshalb fassen wir sie hier zusammen. Oft gibt es sie im Set: Entweder mit unterschiedlichen Gewichten oder unterschiedlicher Zahl an Kugeln pro Toy. Sie sind aus Silikon und haben ein Rückholband. Ab zwei Kugeln wird es schon richtig schwer mit der Ansteuerung. Deshalb eignen sie sich mehr für passives Training (Achtung an der Supermarktkasse!)

Übungen für dein Yoni-Workout

Mach’s dir gemühtlich…

Wir beschränken uns in der Beschreibung auf das Yoni-Ei, aber diese Übung eignet sich auch für eine einzelne Liebeskugel bzw. einen einzelnen Vaginalkegel.

Du solltest die Übungen nicht machen bei einer Scheideninfektion oder Pilzerkrankung, bei Entzündungen im Urogenitalbereich und während der Menstruation.

Sorge dafür, dass du für eine Weile nicht gestört wirst. Wenn du magst, dann lege schöne Musik auf, zünde Kerzen an, verwende Räucherstäbchen…was auch immer für dich eine entspannte und sinnliche Atmosphäre schafft. Du kannst dich auch ein wenig liebkosen deine Yoni zunächst von außen mit Gleitgel oder Öl oder Yonicreme liebevoll berühren. Das wird dazu führen, dass sich deine Yoni entspannt und öffnet.

  • Achte zunächst darauf, dass dein Yoni-Ei oder deine Liebeskugel gut gereinigt ist. Wärme das Ei in den Händen an oder lege es in warmes Wasser, bevor du es einführst. Benutze Kokosöl, Yonicreme oder Gleitgel für das Ei.
  • Führe nun das Ei nun in die Vagina ein. Lege dich dafür auf den Rücken und winkle die Beine an, stelle im Stehen ein Bein auf einen Stuhl oder den Badewannenrand oder gehe in die Hocke…was auch immer gut für dich passt. Bei einem Yoni-Ei wird das stumpfe Ende voran eingeführt.
  • Nimm eine entspannte Sitzposition ein oder lege dich mit angewinkelten Beinen auf den Rücken. Wenn du sitzen möchtest, dann achte auf eine aufgerichtete Wirbelsäule. Alleine das aufrechte und freie sitzen ist schon Arbeit für den Beckenboden. Wenn dein Fokus also auf dem Spüren liegt, dann könnte Liegen die bessere Option sein. Probier es aus.
  • Atme tief ein und aus und spüre, wie sich dein Beckenboden und der Gegenstand in deiner Yoni mit der Atmung bewegt. Finde deine Wahrnehmung für die Muskulatur und dein Yoni-Ei. Mit dem Einatmen dehnt sich der Beckenboden, mit dem Ausatmen zeiht er sich wieder zusammen.
  • Mit dem nächsten Ausatmen stelle dir vor, wie du deinen Damm Richtung Brustkorb ziehst. Vielleicht funktioniert auch die Vorstellung besser, Steißbein und Schambein zusammen zu ziehen. Das Ziel ist, die innerste Beckenbodenschicht zu aktivieren. Dort liegt auch der berüchtigte PC-Muskel. Wenn sich das besonders schön anfühlt, dann freue dich. Und denke daran: Es geht hier nicht um maximale Kraft, es reicht völlig, wenn du den Eindruck gewinnst, dass sich da etwas tut.
  • Beim Einatmen lasse los und gehe in die Entspannung. Spüre ihr nach.
  • Nun entwickle deinen Rhythmus für die Übung: Einatmen, Atem anhalten, Kontrahieren, in Gedanken bis zwölf zählen, langsam ausatmen, entspannen, normal weiteratmen und in Gedanken wieder bis zwölf zählen. Wiederhole das mehrere Male.

Fällt dir etwas auf? Die Übung folgt nicht dem natürlichen Verhalten deines Körpers. Das ist aber so gewollt.

Anfangs solltest du diese Übung nur einige Minuten machen, gerade ungeübte Muskeln ermüden schnell und eine Überforderung wollen wir nicht. Später kannst du bis zu zwanzig Minuten üben.

  • Dann spüre nach. Beginne nach ein paar Minuten mit der tantrischen Energieatmung: Mit leicht vorgeschobenem Mund saugend einatmen und mit einem lauten genussvollen „Haaahh“ wieder ausatmen.
  • Behalte diese tantrische Energieatmung bei und kontrahiere bei der Einatmung deine Yonimuskulatur und lasse sie bei der Ausatmung auf „Haaahh“ wieder los.
  • Wiederhole das 10-mal sehr langsam, 10-mal mittelschnell, 10-mal schnell.
  • Spüre dieser Übung nach und beobachte, wie dein Körper reagiert, was du fühlst.
  • Wenn du möchten, kannst du mit deinem Yoni-Ei jetzt noch ein paar Beckenübungen machen.
  • Stelle dazu deine Füße schulterbreit parallel zueinander, sodass die Zehen gerade nach vorn weisen. Gehe leicht in die Knie und lege deine Hände seitlich auf die Hüften.
  • Beginne wieder mit dem tantrischen Energieatem, indem du mit dem Mund saugend einatmest und mit einem tiefen „Haaahh“ ausatmest. Beim Einatmen aktiviere die innerste Beckenbodenschicht, beim Ausatmen lasse ihn wieder los.
  • Beginne jetzt mit dem Becken zu kreisen, so als wolltest du mit deiner Yoni einen Kreis beschreiben. Kreise erst rechts-, dann auch linksherum
  • Beschreibe anschließend mit dem Becken eine liegende Acht. Auch diese Übung mache erst rechts-, dann linksherum.
  • Lege dich zum Schluss auf den Rücken und beobachte, was sich in deinem Körper tut, wie sich dein Becken anfühlt, wie sich deine Yoni anfühlt. Vielleicht breitet sich Wärme aus, lasse alles zu, was du wahrnimmst.
  • Wenn du das Ei herausnehmen möchtest, dann versuchen es mithilfe deiner Yonimuskulatur herauszuschieben und ziehe erst am Bändchen, wenn es gar nicht mehr anders geht.