Johanna Bank

Seminar Co-Leitung Youngtra

Mein Weg zur Tantramassage

Als ich die Tantramassage entdeckt habe, war das keine große Erleuchtung, kein Augenöffnen und auch nicht die Erkenntnis, dass mir bis dato etwas in meinem Leben gefehlt hätte. Es war einfach nur die stille Bestätigung, dass genau hier mein Platz ist; in der Auseinandersetzung mit Körpern, Emotionen und Sexualität.

Als ich zum ersten Mal auf den Begriff der Tantramassage stieß, hatte ich gerade stressbedingte Probleme mit meinem Zyklus. Mein Körper produzierte nicht mehr genug eigene Östrogene, weshalb mein Eisprung fast zwei Jahre lang ausblieb. Das erhöhte nicht nur das Risiko an Osteoporose zu erkranken, sondern hatte auch ernüchternde Auswirkungen auf meine Libido. Für mich, als ansonsten sehr sinnlich orientierten und körperlichen Menschen, war das anstrengend. Während die Hormontherapie meiner Gynäkologin die akuten Symptome gut bekämpfte, halfen mir die Tantraseminare sanft und nachhaltig die Ursache anzugehen.

Mein Werdegang

Im Jahr 2016 habe ich meinen Bachelor in Freier Kunst abgeschlossen. Innerhalb dieser vier Jahre Studium habe ich mich vorrangig auf das Medium Performance konzentriert. Das Arbeiten mit dem eigenen Körper, um Atmosphäre zu schaffen, mit Grenzen in Kontakt zu kommen und intensive Begegnungen zu ermöglichen, hat mich schon in der Kunst gereizt. Die Tantramassage vereint das alles in sich, ist dabei aber näher am Individuum. Seit ich 19 Jahre alt bin, arbeite ich durchgehend in sozialen Berufen. Durch meine Zeit im Kindergarten, im Jugendgefängnis, im Altersheim und mit geistig bzw. körperlich beeinträchtigten Menschen, habe ich gelernt, mich immer wieder neu in unterschiedlichste Menschen einzufühlen. Inzwischen arbeite ich seit einem Jahr als Tantramasseurin. Auch hier begegne ich tagtäglich einer unglaublichen Vielfalt an Charakteren, Sexualitäten und Körpern. Aber im Gegensatz zu meinen vorherigen Berufserfahrungen, erlebe ich hier zum ersten Mal, dass ich mir Zeit für mein Gegenüber nehmen darf.

Meine Motivation

„Begegnung“ war ein Wort, an dem ich mich immer gestoßen habe. Ich fand es widersprüchlich, dass in einem Wort, das ein Miteinander beschreibt, ein „gegen“ enthalten ist. Aber neulich bin ich in einem Buch über eine tolle Erklärung gestoßen: Das „gegen“ sei wichtig, denn es bedeute, dass sich Menschen miteinander verbinden, sich aber dennoch dabei in ihrer Andersartigkeit akzeptieren und lieben können.

Das tantrische Ritual öffnet genau diesen Raum der Begegnung und bricht somit mit vielem, das der gesellschaftlichen Norm entspricht.

Für mich ist Tantra nicht nur ein Raum, in dem sich Menschen urteilsfrei zeigen dürfen, sondern auch ein Ort, an dem das festgefahrene Konstrukt „Liebe“ anders erlebt werden darf.  Tantra heißt für mich, dass Liebe etwas ist, das nicht nur zwischen zwei Menschen in einer romantischen Partnerschaft passieren darf, sondern auch mit sich selbst und mit dem Leben.

Massageausbildung

  • Ausbildung zur Tantramasseurin TMV® bei AnandaWave  gemäß den Richtlinien des Tantramassage-Verbands e.V. (Berufsverband für zertifizierte tantrische Körperarbeit und sexuelle Gesundheit)
  • Kristina Marlen “Erde” – Körper im Dialog
  • Kristina Marlen “Wasser” – gebunden sein

AnandaWave-Seminare bei Michaela Riedl

Was ich sonst noch liebe

Kalte Gewässer, Lakritz, albern sein, Sex, Spieleabende, lange zu Fuß laufen, meinen Job, nordische Länder, Leute mit verrückten Leidenschaften, Kunst, Treppen steigen, meine Familie, Trashtalk und Tiefe, Katzen